Klimaanpassungsmaßnahmen
Die Klimaanpassungsmaßnahmen im Projekt lassen sich in zwei eng miteinander verbundene Bereiche gliedern: strukturelle Klimaanpassung und mentale Klimaanpassung. Beide greifen bewusst ineinander und verfolgen das gemeinsame Ziel, Schlossgarten und Eversten Holz fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen, sie langfristig zu stärken und gleichzeitig das Bewusstsein für Umwelt- und Klimathemen in der Stadtgesellschaft zu fördern.
Strukturelle Klimaanpassung
Die strukturellen Maßnahmen setzen direkt vor Ort in den Grünanlagen an. Verschiedene bauliche Anpassungsmaßnahmen sollen gezielt die ökologischen Funktionen der beiden Parkanlagen verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimawandelfolgen wie Hitzeperioden, Trockenheit oder Starkregen stärken.
Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Wasser, Boden, Vegetation und Biodiversität. Maßnahmen zur besseren Wasserverteilung und -speicherung, klimaangepasste Nachpflanzungen oder die ökologische Weiterentwicklung bestehender Strukturen durch eine Renaturierung tragen dazu bei, die natürlichen Kreisläufe zu stabilisieren.
Ein zentrales Ziel ist es dabei, die Gartendenkmäler in ihrer Funktion als „grüne Lungen“ der Stadt zu erhalten und zu stärken – als Orte, die kühlen, Lebensraum bieten und das Stadtklima positiv beeinflussen. Gleichzeitig sollen sie auch künftig als attraktive Erholungsräume bestehen bleiben.
Mentale Klimaanpassung
Ergänzend zu den baulichen Eingriffen setzt das Projekt gezielt auf mentale Klimaanpassung. Gemeint ist damit die Förderung von Wissen, Bewusstsein und Verhaltensänderungen im Umgang mit Natur, Klima und urbanem Grün.
Seit Projektbeginn wurden vielfältige Veranstaltungs- und Beteiligungsformate entwickelt, die den Dialog mit der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen. Über Dialogformate, Workshops, Führungen und weitere Beteiligungsangebote wurde Wissen vermittelt, für Zusammenhänge sensibilisiert und dazu eingeladen, die eigene Rolle im Umgang mit Umwelt und Klima neu zu betrachten.
Ziel war es außerdem, Nutzungsgewohnheiten besser zu verstehen und Perspektiven, Erfahrungen und Ideen aus der Stadtgesellschaft einzubeziehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse flossen unter anderem ein in die Entwicklung von dauerhaften Vermittlungsangeboten wie erlebnisorientierten Hands-On Stationen und ein neues Informationsangebot im Eversten Holz. Ziel dieser Angebote ist es, Klima- und Umweltwissen verständlich und erfahrbar zu machen und Menschen zu ermutigen, sich aktiv mit den Veränderungen auseinanderzusetzen.
Zusammenspiel beider Ansätze
Strukturelle und mentale Klimaanpassung greifen im Projekt bewusst ineinander. Neben der Verbesserung der ökologischen Beschaffenheit vor Ort ist es ebenso wichtig, menschliche Nutzungsansprüche zu berücksichtigen, die Menschen mitzunehmen, ihre Perspektiven einzubeziehen und ein langfristiges Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu schaffen.
Denn wirklich nachhaltige Lösungen entstehen erst dort, wo ökologische Maßnahmen und gesellschaftliches Verständnis zusammenkommen. So entstand ein ganzheitlicher Ansatz, mit dem Ziel Natur und Nutzung in Einklang zu bringen und dabei Räume zu schaffen, die nicht nur widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel sind, sondern auch von den Menschen bewusst wahrgenommen, genutzt und mitgestaltet werden.
