Projektentstehung & Ziele
Projektzeitraum und Förderung
Das Projekt Klimaoasen Oldenburg läuft vom 01.02.2022 bis zum 31.12.2026. Das Projekt wird im Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ (Fördermittelgeber: BBSR - Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) gefördert und verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 5 Millionen Euro. Davon fließen 3,7 Millionen Euro in die baulichen Anpassungsmaßnahmen und 1,3 Millionen Euro in die Universitäre Forschung, Bürger*innendialog und Wissenskommunikation.
Projektentstehung
Die klimabedingten Veränderungen im Schlossgarten und dem Eversten Holz wurden über mehrere Jahre vor Projektbeginn durch die Landesinstitutionen und die Oldenburger Stadtgesellschaft aufmerksam verfolgt. Besonders die ehrenamtlichen Vereine der beiden Liegenschaften wiesen wiederholt auf den zunehmenden Handlungsbedarf hin und forderten geeignete Anpassungsmaßnahmen. Dabei geriet vor allem das Gewässer „Pferdetränke“ im Eversten Holz regelmäßig in die Kritik, da es vor allem in den Sommermonaten durch einen unangenehm moderigen Geruch auffiel.
Mit dem Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung eröffnete sich schließlich eine konkrete Möglichkeit zur Umsetzung geeigneter Klimaanpassungsmaßnahmen in beiden Grünanlagen. Eine fachübergreifende Steuerungsgruppe des Landes Niedersachsen nahm daraufhin den Themenkomplex auf und stellte den Projektantrag.
Projektziele
Der Schlossgarten und das Eversten Holz brauchen auf mehreren Ebenen Schutz. Zum einen handelt es sich um Gartendenkmäler der Stadt mit hohem historischem Wert. Zum anderen haben sie auch eine immense ökologische Bedeutung als „grüne Lunge“ Oldenburgs. Sie produzieren Sauerstoff, speichern Kohlenstoff und reinigen die Luft. Zusätzlich kühlen sie die aufgeheizte Stadt und bieten wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna in Zeiten eines besorgniserregenden Verlustes an Biodiversität. Durch bauliche Klimaanpassungsmaßnahmen sollen diese Eigenschaften aufrechterhalten und die beiden Grünanlagen widerstandsfähiger gegen den voranschreitenden Klimawandel gemacht werden.
Durch einen offenen Dialog über geplante Anpassungsmaßnahmen und durch partizipative Workshops für alle, war es das Ziel, die Nutzungsgewohnheiten an diesen Orten besser zu verstehen. Menschliche und ökologische Bedürfnisse sollten so stärker miteinander verbunden werden.
Projektaufbau
Angesiedelt ist das Projekt mit zwei Stellen für die Projektleitung sowie die PR- und Öffentlichkeitsarbeit beim Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg.
Die Umsetzung der Klimaanpassungsmaßnahmen wird gesteuert von einer interdisziplinären Lenkungsrunde. Diese setzt sich zusammen aus dem Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, der betriebswirtschaftlichen Leitung der Niedersächsischen Landesmuseen, der Leitung der Landesliegenschaften Schlossgarten und Eversten Holz, dem Amt für Umweltschutz und Bauordnung der Stadt Oldenburg, dem Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Landesdenkmalpflege, dem Staatlichen Baumanagement Region Nord-West und dem Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften. Für alle Richtungsentscheidungen sind die Gruppenmitglieder als Stellvertreter*innen bestimmter Teilbereiche gleichermaßen verantwortlich. Die planerische und bauliche Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch Fachplaner*innen und entsprechende Dienstleistungsunternehmen.
Das Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität erforscht, wie die Maßnahmen ökologisch am sinnvollsten umgesetzt werden können und wie die Biodiversität noch weiter gesteigert werden kann. Die Denkmalpflege sichert dabei die Erhaltung historischer Gegebenheiten und das Landesmuseum Natur und Mensch bezieht die Bevölkerung durch einen offenen Dialog und partizipative Workshops in die Denkprozesse ein. Dies dient einerseits dazu, über die Anpassungsmaßnahmen zu informieren und wichtige Ortskenntnisse und Wissensimpulse einzubeziehen. Andererseits sollten die Nutzungsgewohnheiten an diesen Orten besser verstanden werden, um diese besser mit den ökologischen Zielen für die Naturflächen in Einklang bringen zu können. Die Konzeption und Entwicklung verschiedener Umweltbildungsformate dient der Verstetigung der Projektziele über das Projektende hinaus.
