Klima-Rundgang
Schlossgarten
Schlossgarten
Der Klima-Rundgang erklärt dir die verschiedenen Schwerpunkte des Projekts “Klimaoasen Oldenburg”. Du findest auf dieser interaktiven Karte vier runde Punkte mit den Hauptthemen des Projekts: „CO₂ & Stadtklima“, „Biodiversität & Lebensraum“, „Wasser & Boden“ und „Nutzung & Erholung“. Klicke die Punkte auf der Karte an und erfahre, worum es dabei genau geht. Zu jedem dieser Checkpoints haben wir kleine Hotspots verteilt, die jeweils passende Beispiele beleuchten. Sie tauchen als Dreiecke mit Nummern auf der Karte auf. Klicke sie an und lies dir die Infos durch.
Den Klima-Rundgang gibt es auch live! Im Schlossgarten und im Eversten Holz stehen die Checkpoints mit ihren Hotspots an den Orten auf den Karten. Du kannst vor Ort mit einem Flyer oder mit dieser Online-Version beim Spazierengehen einfach in Ruhe alles ablaufen.
Der Schlossgarten ist ein Denkmal!
Als englischer Landschaftsgarten wurde der Schlossgarten im 19. Jahrhundert von Herzog Peter Friedrich Ludwig angelegt und stetig weiter ausgebaut (Tee- & Winterhaus, Küchengarten, Geländeerweiterung, Pförtnerhaus, etc.). Die Merkmale eines englischen Gartens werden sichtbar durch architektonische Blickbeziehungen, räumliche Abgrenzung mancher Garteneinheiten, geschwungene Wege und Bäche und viele Wasserspiegelungen. Der Garten existiert nun schon seit 200 Jahren in seinem historischen Stil bei einer Größe von insgesamt 16 Hektar. Der Schlossgarten ist ein Landschaftsschutzgebiet und seit 1952 Kulturdenkmal.
Anleitung
Biodiversität & Lebensraum
Biodiversität bezeichnet die Vielfalt von Leben in allen seinen Formen. Gemeint sind damit die Vielfalt der Arten der Pflanzenwelt (Flora), der Tierwelt (Fauna) bis hin zu Pilzen und Bakterien, deren genetische Variationen und das Zusammenspiel dieser Lebensformen in komplexen Ökosystemen. Die Gartendenkmäler Schlossgarten und Eversten Holz bieten als solche Ökosysteme wichtige Lebens- und Entwicklungsräume für Tiere und Pflanzen. Und das mitten in der Stadt!
Denn die Wohngebiete Oldenburgs wachsen stetig. Flächen werden immer weiter bebaut und damit versiegelt. Naturräume werden immer kleiner. In Deutschland wird täglich eine Bodenfläche von im Durchschnitt etwa 76 Fußballfeldern versiegelt. Umweltverschmutzung und Temperaturen steigen, der Klimawandel hat Folgen: Die Lebensumstände für Flora und Fauna haben sich verändert. Dadurch herrscht ein dramatischer Verlust von Biodiversität auf unserer Erde, viele Arten sterben aus – Tendenz steigend! Wälder und Gärten in urbanen Räumen bieten vielen heimischen, vor allem Wärme liebenden Arten, einen wichtigen Lebensraum. Damit sind Wälder und Gärten von hoher Bedeutung für den Erhalt der noch bestehenden biologischen Vielfalt.
Urbanes Grün wird dadurch umso wichtiger. Klimaoasen Oldenburg setzt genau da an: Durch angepasste und langlebige Pflanzen- und Baumbestände, Revitalisierung von Gewässern oder direktem Nistplatzbau sollen vorhandene Lebensräume gestärkt werden. Das Ziel ist mehr Biodiversität! Sowohl im Schlossgarten als auch im Eversten Holz sollen Maßnahmen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes umgesetzt werden.
CO₂ & Stadtklima
In der Klimaforschung werden Städte wie Oldenburg oft als sogenannte „Wärmeinseln“ bezeichnet. Stein, Beton und Asphalt heizen sich tagsüber stärker auf als Pflanzen und geben diese dann nachts wieder ab. Dazu kommt die Wärme durch Heizung, Verkehr und Industrie. Da Gebäude den Wind behindern, kann diese Wärme auch nicht schnell abtransportiert werden. Wo Pflanzen fehlen, kann auch keine Kühle durch Verdunstung entstehen.
Pflanzen helfen dem Stadtklima auch auf andere Weise. Sie binden CO₂, um daraus Zucker zu bilden, den sie für Wachstum und Leben brauchen. Abfallprodukt dieses als Photosynthese bezeichneten Prozesses ist Sauerstoff. Insofern verbrauchen Pflanzen einen Abfallstoff unserer Atmung, um daraus einen Stoff zu bilden, den wir wiederum fürs Atmen brauchen. Gleichzeitig filtern Pflanzen die Luft dabei und entziehen ihm Feinstaub. Deshalb bezeichnet man sie auch häufig als „grüne Lunge“ einer Stadt. Der Schlossgarten und das Eversten Holz sind genau das.
Wir sollten daher alles dafür tun, dass der zentral gelegene Schlossgarten und das Eversten Holz ihre Funktionen als Luftfilter und Klimaanlagen für unsere aufgeheizte Stadt auf Dauer erfüllen können. Das Projekt „Klimaoasen Oldenburg“ unterstützt dies durch Maßnahmen, welche die Widerstandsfähigkeit der beiden Gartendenkmäler gegen den Klimawandel stärken möchte. Dieses Ziel bezeichnet man als eine Erhöhung von Klimaresilienz. Dies geschieht durch das Steigern von Biodiversität, das Stärken gesunder Bäume und das Nachpflanzen von Baum- und Pflanzenarten, die langfristig mit dem Klimawandel zurechtkommen sowie durch den Aufbau eines höheren Wasserrückhalts.
Nutzung & Erholung
Die beiden denkmalgeschützten Grünflächen Schlossgarten und Eversten Holz in Oldenburg haben einen sehr hohen Erholungsfaktor für uns Menschen. Ihre Funktion als „grüne Lunge“ Oldenburgs sind nicht nur für das Stadtklima relevant. Auch auf das Wohlbefinden der vielen, täglichen Besucher:innen haben diese Gartendenkmäler großen Einfluss. Die beiden Orte schaffen Raum für Ruhe, sorgen für Entschleunigung und geben uns viele verschiedene Möglichkeiten eines Aufenthalts. Sie lassen uns die Eindrücke der Stadt durch den Blick auf Naturflächen, Wasser und Lebewesen einen Augenblick lang vergessen. In einer immer lauter und hektischer werdenden Welt suchen viele Menschen genau solche Momente. Für viele Oldenburger:innen ersetzen die Grünflächen einen fehlenden Garten am eigenen Wohnort. Dabei werden der Schlossgarten und das Eversten Holz sehr unterschiedlich genutzt.
Spazierengehen, Radfahren, Sport treiben, auf dem Spielplatz spielen, die Blumen in der Mittagspause genießen, beim Sonnen auf der Wiese die Seele baumeln lassen, Malen und Zeichnen, Tiere beobachten, den Hund ausführen, Menschen zum sozialen Austauschen treffen, Interesse an einem historischen Garten stillen… die Multifunktionalität dieser Orte ist hoch. „Klimaoasen Oldenburg“ wirft einen Blick auf diese unterschiedliche Nutzung und erforscht sie. Ziel ist es, die Ergebnisse in zukünftige Vermittlung einfließen zu lassen, welche helfen soll, die beiden Liegenschaften gemeinsam zu schützen und noch mehr zu schätzen.
Wasser & Boden
Die Dürrejahre seit 2018 haben im Schlossgarten und Eversten Holz deutliche Spuren hinterlassen. Bäume und Pflanzen leiden unter Hitze- und Trockenphasen und sind sichtlich angegriffen. Gleichzeitig haben Unwetter und Starkregen ein neues Ausmaß erreicht. Ausgetrockneter Boden kann den hohen Niederschlag allerdings schlecht versickern lassen. Das für die Pflanzen wichtige Wasser kann kaum gehalten werden.
Das Projekt Klimaoasen Oldenburg versucht, die Beschaffenheit der Parkanlagen deshalb so zu verbessern, dass sie in der Lage sind mehr Wasser Rückhalt zu bieten. Ziel ist es mehr Grundwasser anzureichern, um in kommenden Hitzeperioden Pflanzen und Tiere besser versorgen zu können.
Die Blätter der umliegenden Bäume fallen in die Pferdetränke und die Schadstoffe des Straßenverkehrs treten ein. Dadurch ist die Pferdetränke verschlammt. Eine Maßnahme wird sein, sie wieder zu entschlammen. Vorhandene Grabensysteme wurden einst mit entwässernder Funktion angelegt, dies soll nun so korrigiert werden, dass das Wasser im Eversten Holz so lange wie möglich verbleibt. Im Schlossgarten soll im Rahmen des Projektes die Durchgängigkeit von Verbindungsgewässern zwischen Mühlenhunte und Hausbäke deutlich verbessert werden. Auch der Rückbau von Uferverbauten an der Hausbäke trägt zu einer Renaturierung der Gewässer des Schlossgartens bei. Das Anlegen naturnaher Uferbereiche soll neuen Raum für sich ansiedelnde Lebewesen und Pflanzen bieten, die helfen, das Wasser sauber zu halten.
Alle Maßnahmen haben einen sogenannten „Renaturierungs-Effekt“, da besserer Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht, was einen positiven Effekt auf die Anlagen selber und ihren Erholungswert für uns hat.
